Cava, Champagner, Prosecco: Was unterscheidet Schaumweine?

Süßer die Gläser nie klingen, als zu der Schaumweinzeit. Und Anlässe für ein Glas dieser spritzigen Leichtigkeit gibt es einige – wie Geburtstage, Verlobung, Brunch mit den Freundinnen, Familienfeiern oder auch Studienabschlüsse. Im Durchschnitt verkostet jeder Deutsche knapp vier Liter Schaumwein pro Jahr. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Cava, Champagner, Sekt und Prosecco? Wir geben einen Überblick über die besonderen Tropfen.

Prickelnd
Cava Semi-Seco

Cava: Qualität aus Spanien

Die Region Penedès um Barcelona ist die wichtigste Region in Spanien, wenn es um die Produktion von Cava geht. Die Rebsorten Parellada, Xarello und Macabeo werden dabei am häufigsten verwendet, um den rassigen Schaumwein herzustellen. Erst seit Spaniens Eintritt in die EU heißt dieser spritzige Wein übrigens Cava, davor wurde er Champàna oder auch Xampàn genannt. Um sich vom französischen Champagner zu unterscheiden, wurde die Qualitätsbezeichnung „Denominación de Origen Cava“ eingeführt und geschützt. Auch heute noch steht DO Cava für hohe Qualität und strenge Produktionsvorschriften. Je nachdem wie intensiv der Geschmack des Cavas sein soll, kann zwischen drei Reifegraden gewählt werden: Cava, Cava Reserva und Cava Gran Reserva. So sind die Schaumweine je nach Qualitätsstufe mindestens neun, achtzehn oder dreißig Monate gereift. Ein zusätzliches Merkmal eines echten Cava ist außerdem der eingebrannte Stern im Korken.

Prickelnd
Champagner AC Brut

Champagner: Edelschaumwein aus Frankreich

Nur ein Schaumwein, der aus der französischen Region Champagne östlich von Paris stammt darf den klangvollen Namen Champagner tragen. Nicht nur bei der Herkunft, sondern auch bei der Herstellung geht es bei diesem hochpreisigen Getränk ganz genau zu. So sind nur bestimmte Rebsorten für die Herstellung von Champagner zulässig – die Trauben Pinot Noir, Pinot Meunier sowie auch Chardonnay unterliegen dabei exakt festgelegten Anbauvorschriften und werden handgelesen. Aber auch Flaschengärung sowie Mindestlagerzeit tragen zu dem hohen Status dieses Luxusgetränkes bei. Wer also die Spritzigkeit und den besonderen Geschmack eines Schaumweins mit dem Label „Champagner“ genießt, setzt auf Qualität. Sämtliche andere Schaumweine aus Frankreich dürfen sich nicht mit diesem Titel schmücken und werden als Crémant bezeichnet.

Wussten Sie schon, dass die feine Kohlensäure des Champagners durch den Benediktinermönch Dom Perignon erfunden wurde? Bei der sogenannten zweiten Gärung entstehen durch Zusatz einer genau dosierten Zucker-Hefe-Lösung bei der Flaschengärung diese feinen Bläschen.

Prickelnd
Prosecco Frizzante DOC

Prosecco: Prickelndes aus Italien

Der Prosecco ist der wohl bekannteste Schaumwein aus Italien. Er wird in der Provinz Treviso in Venetien aus der weißen Traube Glera gewonnen. Sein Namenszusatz „Spumante“ bedeutet „prickelnd“ und steht für die natürliche Kohlensäure, die dieser Schaumwein durch seine zweite Gärung erhält. Auch bei Prosecco gelten übrigens strenge Herkunftsvorschriften: Die Bezeichnung DOC (Denominazione di origine controllata) steht für Prosecco aus Friaul-Julisch und Venetien, während DOCG den italienischen Schaumwein aus der Provinz Treviso repräsentiert. Gut zu wissen: Auch wenn „secco“ im Italienischen für „trocken“ steht, sagt das nichts über den eigentlichen Charakter des Prosecco aus.

Prickelnd
Sekt trocken

Sekt: Qualitätsschaumwein aus Deutschland

In Deutschland ist Qualitätsschaumwein auch unter dem Namen Sekt bekannt und beliebt. Stammt dieser von deutschen Winzern, spricht man übrigens auch von „Winzersekt“. Deutscher Sekt darf ausschließlich aus deutschen Weinen hergestellt werden und wird mit einer amtlichen Prüfnummer versehen, die die Qualität des Getränkes garantiert. Damit das spritzige Erzeugnis überhaupt erst Sekt genannt werden darf, müssen bei der Produktion in Deutschland einige Vorgaben sowie Vorgänge beachtet werden: So wird der Qualitätsschaumwein entweder durch Flaschengärung hergestellt, wie es auch beim Champagner der Fall ist, oder durch das preiswertere Tankgärverfahren. Nach einer sechs monatigen Wartezeit für die Gärung darf das Getränk endlich als Sekt in die Regale.

 

Extrawissen Sekt: Was bedeutet Brut

Im Getränkemarkt findet man die beliebten Schaumweine dann mit diversen Etiketten und Hinweisen zum geschmacklichen Charakter des Getränks – wie auch das Wort „Brut“. Diese etwas ungewöhnliche Bezeichnung gibt einfach an wie süß oder besser wie herb ein Sekt ist. Es gibt also verschiedene Brut-Grade wie extra brut, das herb, trocken und kaum süß bedeutet. Allerdings gibt es bei Qualitätsschaumweinen zusätzlich auch die Bezeichnungen halbtrocken und trocken. Vorsicht, lassen Sie sich hier nicht irreführen: Ein trockener Schaumwein ist nicht gleich ein trockener Wein. Ein trockener Wein kann bis 9 Gramm Restzucker pro Liter haben, während ein trockener Sekt noch bis zu 35 Gramm Restzucker enthalten kann. Deshalb einen trockenen Wein lieber mit einem Sekt der Kategorie brut oder extra brut vergleichen.

Hier erfahren Sie, wie Sie eine Schaumweinflasche richtig öffnen.

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