Deutsche Weinanbaugebiete: Rheingau

Zwischen Lorchhausen am Rhein bis Wicker/Flörsheim, eingerahmt von Taunuskamm und Rhein, erstreckt sich der Rheingau. Schon die Mönche im Mittelalter wussten dieses besonders milde und malerische Fleckchen Erde zu nutzen, das ganz besondere Weine hervorbringt.

Der Rheingau: Ein kaiserliches Fleckchen Erde

Schon Kaiser Karl und vor ihm die Römer wussten das milde Klima am Johannisberg zu schätzen. Der Sage nach stellte der Kaiser beim Blick von seiner Pfalz in Ingelheim persönlich fest, dass der Schnee hier früher schmolz als überall sonst. Benediktiner Mönche rodeten um 1135 die Südhänge des Taunus und legten so den Grundstein für den ersten kultivierten Weinbau auf Kloster Eberbach. Seither hat sich der Rheingau zu einem der 13 Anbaugebiete für Qualitätsweine in Deutschland entwickelt.

Klein, aber bedeutsam

Das Anbaugebiet Rheingau erstreckt sich zwischen Lorchhausen am Rhein bis Wicker/Flörsheim. Im Süden bildet der Rhein eine natürliche Grenze und im Norden erhebt sich der Taunuskamm. Die zehn Großlagen im Rheingau tragen die klangvollen Namen: Burgweg, Daubhaus, Deutelsberg, Erntebringer, Gottesthal, Heiligenstock, Honigberg, Mehrhölzchen, Steil und Steinmächer. Auch wenn sie geographisch nicht im Rheingau zu verorten sind, werden der Lohrberger Hang in Frankfurt sowie der Böddiger Berg in Felsberg (Schwalm-Eder-Kreis) ebenfalls der Weinregion zugeordnet. Daneben finden sich 119 Einzellagen, wie zum Beispiel rund um den Wiesbadener Neroberg. Das gesamte Weinbaugebiet bietet ca. 3.100 ha Rebfläche, die sich etwa 280 Winzer und namhafte Weingüter teilen. Viele Betriebe blicken auf eine lange Historie zurück. 84% der Rebfläche entfallen auf Riesling, 11 % werden mit Blauem Spätburgunder bestockt. Daneben finden auch andere Weinsorten immer wieder ihren Platz.

Weinanbau-Innovation durch Zufall

Im Rheingau wurde um 1775 durch einen Zufall die Spätlese entwickelt. Die Mönche durften zu jener Zeit erst auf Geheiß des Abtes von Fulda mit der Lese beginnen. Doch in diesem Jahr verspätete sich der Bote, so dass die Trauben bereits begannen zu faulen. So kam beim Versuch, die Lese zu retten der Zufall zur Hilfe, der die Mönche den Wert der Edelfäule erkennen ließ. Fortan zeigten sich die Mönche weiterhin innovativ und entwickelten Filtersysteme, Rohrleitungen und weitere Kellertechniken, von denen einige noch heute Verwendung finden.

Feines Klima für erlesene Weine

Der Rheingau ist – was den mengenmäßigen Anteil am Deutschen Wein betrifft – eher klein. Dafür ist die Qualität der Weine umso bedeutender.
Das milde Klima, das im Schutz der Taunushöhen herrscht, bringt besondere Weine hervor. Eine Durchschnittstemperatur von um die 10 Grad tut nicht nur den Menschen, sondern auch den Reben gut.
Besonders der Riesling fühlt sich in den steinigen, trockenen Südhanglagen wohl. Die Lagen lassen die Reben sogar den Winter überstehen und so bringen die Winzer dort, durch lange Reifeperioden, Weine mit feiner Fruchtsäure und milden Aromen hervor. Der Rieslingaus dem Rheingau  (=> Link zu: https://www.meine-weinwelt.de/weine/weingut-johannes-leitz-riesling-rheingau-qba-mit-vdp-siegel) zeichnet sich durch einen kernigen, vollmundigen Geschmack aus, verfügt über einen würzigen Duft und hat einen sehr eleganten, harmonischen Charakter.
Besonders beliebt bei Weinkennern ist auch der Spätburgunder (=> Link zu: https://www.meine-weinwelt.de/weine/edition-fritz-keller-baden-spaetburgunder) aus dem Rheingau. Sein unverwechselbarer fein-fruchtiger, runder Geschmack entsteht vor allem an den Steillagen rund um Assmannshausen.

Unternehmen Sie doch einmal eine (Wein-)Reise?

Die Rheingauer Riesling Route birgt so manche malerische Überraschung. Auf mehr als 120 Kilometern können sie durch viele historische Sehenswürdigkeiten besuchen. Schloss Johannisberg, die Bubenhäuser Höhe, die Hallgarter Zange oder das Niederwalddenkmal möchten von Ihnen erkundet werden. Nach einem langen Tag auf den Beinen laden zahlreiche Gutsschänken bei einem delikaten Essen zur Weinverkostung und zum Verweilen ein.
Ein besonderes Highlight ist das Zisterzienserkloster Eberbach. Als Filmschauplatz von Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ birgt die mittelalterliche Klosteranlage Platz für viele neue Eindrücke.

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