Genuss? Fehlanzeige! Diese 5 Weinfehler sollten Sie kennen

Ob Sie einen Wein gern trinken oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks. Wenn das Aroma jedoch alles andere als appetitlich ist, hat der Wein einen Fehler. Die Weinfehler Böckser, Brett und Co zeigen sich meist durch einen unangenehmen Geruch. Wodurch sie entstehen und wie Sie die einzelnen Weinfehler identifizieren, erklären wir hier.

Böckser: Riecht nach faulen Eiern

Woran Sie den Weinfehler Böckser erkennen? An dem Geruch von faulen Eiern! Dieser entsteht bei der Gärung junger Weine durch die Verbindung Schwefelwasserstoff. Je weiter die Gärung voranschreitet, desto mehr entwickelt sich der Böckser zu einem Lagerböckser. Die komplexen Schwefelverbindungen können dann auch nach verbranntem Gummi riechen. Angeblich soll es helfen, eine Kupfermünze, also ein 1-, 2- oder 5-Cent-Stück, in das Böckser-Weinglas zu werfen: Das Kupfer binde den unangenehmen Geruch.

Brett: Tierisches Pferdeschweiß-Aroma

Namensgeber für diesen Weinfehler ist der Hefepilz Brettanomyces bruxellensis. Er tritt nur bei Rotweinen auf, die in Eichenfässern gereift sind. Manche Weinkenner verurteilen jeden Wein, der eine leichte Brettnote aufweist. Andere wiederum schätzen das spezielle Aroma als animalische Note. Im schlimmsten Fall erkennen Sie das Brett im Wein an einem Stallgeruch. Andere erinnert der Fehlton an Pferdeschweiß oder nassen Hund.

Mäuseln: Als hätte eine Maus hineingemacht

In den meisten Fällen sind es Rotweine, die mäuseln. Dieser Weinfehler macht seinem Namen alle Ehre: Der Wein riecht sehr unangenehm nach Mäuseurin. Wer den nicht kennt, stellt sich Ammoniak vor. Die Folge: An Genuss ist keineswegs zu denken. Das Mäuseln tritt auf, wenn der Wein nur geringe Säurewerte aufweist und nicht hinreichend geschwefelt wurde, um ihn vor der Oxidation zu schützen.

Schleichender Kork: Allmählich verzieht sich das Aroma

Der schleichende Kork hat nichts mit dem Weinfehler Kork gemein. Man erkennt ihn nicht am Geruch, sondern am Geschmack. Und manchmal auch nur, wenn man mit dem Wein sehr vertraut ist oder eine zweite Flasche ohne den schleichenden Kork öffnet. Steckt ein kaputter Korken in der Flasche, raubt er allmählich (schleichend) die Frucht und alle leckeren Aromen. Der Wein schmeckt dadurch lasch und abgestanden.

Untypischer Alterungston (UTA): Blass, mit Geruch nach Mottenkugeln

Den Weinfehler UTA können Sie dem Rebensaft sogar ansehen: Weine mit untypischem Alterungston sind sehr blass, teilweise wirken sie wie Wasser. Der Geschmack kann ebenfalls nicht überzeugen: Der Wein mit UTA schmeckt fad und ausdruckslos. Doch in den meisten Fällen werden Sie einen solchen Wein gar nicht erst probieren wollen: Der Geruch erinnert an Mottenkugeln. Manch einer beschreibt den untypischen Alterungston auch als nasse Dreckwäsche oder Erbrochenes. Ursache für diesen Weinfehler ist das Wetter: Ist der Jahrgang durch heiße, trockene Witterung geprägt, erleidet die Pflanze Stress und es entsteht der untypische Alterungston.

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