Grappa: Der italienische Digestifklassiker

Neben Pizza und Pasta haben uns die Italiener noch weitere Leckereien beschert. Eine davon ist Grappa. Der italienische Tresterbrand ist ein naher Verwandter des Weins und vor allem nach dem Essen in aller Munde. Wussten Sie, dass Grappa früher eigentlich eine Art Resteverwertung war? Erfahren Sie hier weitere interessante Fakten rund um den italienischen Digestif.

Woher kommt Grappa?

Grappa ist ein Tresterbranntwein, der nur in Italien hergestellt werden darf. Vor allem die Anbaugebiete Friaul, Piemont und Venetien sind bekannt für ihre hervorragenden Grappas. Grappa-ähnliche Destillate kommen auch aus anderen Ländern: In Deutschland heißen sie Trester, die französische Variante wird Marc genannt, die spanische kennt man als Orujo.
Ursprünglich war Grappa ein Armeleuteschnaps: Bauern versuchten, auch noch die Nebenprodukte der Weinherstellung sinnvoll zu verwerten. Die damaligen Destillate haben jedoch nichts mit der heutigen Edelspirituose gemein, die Grappa seit einigen Dekaden ist.

Woraus wird Grappa gemacht?

Grappa wird aus Trester gewonnen. Als Trester werden die Rückstände bezeichnet, die anfallen, wenn Weintrauben gepresst werden. Trester besteht aus den Schalen, Kernen und Stielen der Beeren. Der Trester muss zunächst vergären, bevor er zu einer Spirituose gebrannt werden kann. Je frischer der Trester, desto fruchtiger der Grappa. Bei der Rotweinherstellung vergärt der Trester bereits als Bestandteil der Maische und kann direkt gebrannt werden. Bei Weißwein müssen die Pressrückstände noch gesondert gären, bevor sie destilliert werden. Sie enthalten ansonsten zu viel Zucker und zu wenig Alkohol. Das Grappa-Destillat ist unabhängig von der Traubenfarbe immer klar. Es enthält rund 60 Prozent Alkohol und muss durch Zugabe von Wasser auf Trinkstärke gebracht werden. Grappas enthalten mindestens 37,5 Prozent Alkohol, manche auch mehr.

Woran erkennt man guten Grappa?

Wurden früher wahllos die Pressrückstände zu Schnaps gebrannt, werden Grappas heute in der Regel sortenrein und mit größter Sorgfalt produziert. Auf vielen Flaschenetiketten ist deshalb auch die Rebsorte zu lesen, deren Trester für die Spirituose gebrannt wurde. Steht dort zusätzlich der Begriff „metodo artigianle“, handelt es sich um einen handwerklich hergestellten Grappa.

Nach dem Destillieren muss der Tresterbrand noch mindestens sechs Monate reifen, um als Grappa verkauft werden zu dürfen. Die Dauer der Lagerung prägt das Aroma des Grappas und gilt als Qualitätskriterium: Je länger die Reifezeit, desto komplexer die Aromastruktur. Manch ein Grappa reift zwölf Monate und mehr im Holzfass. Er trägt dann die Bezeichnung „invecchiata“ oder „Vecchia“, die ebenfalls auf dem Etikett zu finden ist. Geht die Reifezeit über 18 Monate hinaus, heißt der Grappa „stravecchia“ oder „Riserva“.

Wie schmeckt Grappa?

Wenn Sie Grappa probieren, können Sie wie bei einer Weinverkostung vorgehen: Lassen Sie zunächst die Düfte wirken und nehmen Sie dann kleine Schlucke, um den Geschmack auch auf der Zunge zu erleben. Wie Wein kann Grappa fein ausgebildete zum Beispiel fruchtige, florale und würzige Noten enthalten. Er hat ein kräftiges Aroma und schmeckt gleichzeitig mild. Der Trester prägt maßgeblich den Geschmack des Grappas: Rebsorte, Säurewerte, Feuchtigkeit sowie Kern- und Stielanteil machen die Unterschiede einzelner Sorten aus. Durch die Lagerung im Holzfass erhält der Grappa Farbe und Geschmack. Ein Fass aus Kastanienholz verleiht dem Tresterbranntwein eine hellbraune Farbe. Kirschholz sorgt für Süße und durch die Lagerung in einem Eichenholzfass bilden sich herbe Aromen aus. Daneben gibt es auch aromatisierte Grappas, die etwa nach Honig, Mandeln, Kaffee oder Pfefferminze schmecken.

Wie serviert man Grappa?

Grappa ist ein klassischer Digestif, da ihm verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Sie müssen Grappa aber nicht nur nach dem Essen genießen. Füllen Sie ein Grappaglas zu etwa einem Viertel. In einem stilechten Grappaglas mit dem rundlichen Kelch, der sich nach oben tulpenförmig öffnet, können sich die Aromen am besten entfalten. Eiswürfel haben in einem Grappa nichts verloren. Sie können den Geschmack ansonsten nicht mehr wahrnehmen. Doch welche Trinktemperatur eignet sich für Grappa? Servieren Sie den Tresterbrand mit einer Temperatur von rund 10 Grad Celsius. Ältere Grappas schmecken bei 16 bis 18 Grad besser und können auch aus einem Cognacglas getrunken werden.

Mit was kann man mit Grappa mischen?

Sie möchten Grappa mal auf andere Art genießen? Machen Sie es den Italienern gleich und geben Sie einen Schuss Grappa in Ihren Espresso: Der veredelte Kaffee, der „Caffé corretto“, vereint gleich zwei Lieblingsabsacker in einem! Spritziger wird es, wenn Sie Grappa mit Tonic oder Zitronensaft mischen. Auch Prosecco bietet in Kombination mit Grappa eine willkommene Abwechslung. Mixen Sie sich doch einfach selbst Ihren eigenen Grappa-Cocktail.

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