Hätten Sie's gewusst? So entstehen die Kirchenfenster im Weinglas

Ist Ihnen das auch schon einmal aufgefallen: Wenn Sie Ihr Weinglas schwenken, bildet die Flüssigkeit am inneren Rand Muster aus, die an Kirchenfenster oder Tränen erinnern. Bei manchen Weinen tritt dieser Effekt stärker auf als bei anderen. Woran liegt das? Und sind schmale Kirchenfenster ein besonderes Gütekriterium? Lesen Sie hier die Antworten!

Kirchenfenster

Der Alkoholgehalt entscheidet über die Weintränen

Viele Weintrinker gehen davon aus, dass die Schlieren, die Wein beim Schwenken im Glas bilden kann, ein Zeichen von hoher Qualität sind. Tatsächlich steckt dahinter nur ein naturwissenschaftliches Phänomen. Für die Kirchenfenster, Tränen oder Tropfen, wie die Schlieren auch genannt werden, ist nämlich der Alkoholgehalt im Wein verantwortlich.

Wein ist eine Mischung aus Wasser und Alkohol. Beide Flüssigkeiten haben unterschiedliche Siedepunkte. Das heißt: Sie verdunsten unterschiedlich schnell. Wenn Sie das Weinglas schwenken, benetzen Sie die Glasinnenwand mit einem dünnen Flüssigkeitsfilm. Weil der Alkohol schneller verdunstet, verändert sich die Oberflächenspannung. Die restliche Flüssigkeit zieht sich in einem Rand oberhalb des Weins zusammen und fließt in mehr oder weniger großen Tränen wieder an der Glaswand hinab.

Je nachdem, wie breit der Abstand zwischen den einzelnen Tränen ist und ob die Kirchenfenster eher Rund- oder Spitzbögen gleichen, können Sie Rückschlüsse auf den Alkoholgehalt ziehen. Je enger die Tränen hinabfließen desto spitzer wirken die Kirchenfenster. Dann ist der Alkoholgehalt vergleichsweise hoch. Sind die Abstände zwischen den Weintropfen größer, die Tränen feiner und die Kirchenfenster breit und rund, hat der Wein einen geringeren Alkoholgehalt. Ob das für Sie ein Qualitätsmerkmal ist, müssen Sie selbst entscheiden.

Wodurch die Kirchenfenster noch beeinflusst werden

Auch der Zuckergehalt und weitere Inhaltsstoffe im Wein entscheiden über die Ausprägung und Form der Kirchenfenster. Diese machen den Wein dick- beziehungsweise dünnflüssiger. Dickflüssiger Wein enthält vergleichsweise viel Alkohol und Zucker. Fachleute sagen: Seine Viskosität ist hoch. Dadurch werden die Tränen am Glas dicker, die Kirchenfenster schmaler.

Zusätzlich beeinflusst die Glasform diesen Effekt. Wird der Glaskelch nach oben hin schmaler, wie es bei Weingläsern und Schnapskelchen der Fall ist, kommt der Kirchenfenster-Effekt stärker zum Ausdruck als bei zylinderförmigen Gläsern.

Übrigens: Auch bei anderen Flüssigkeitsgemischen mit unterschiedlichen Siedepunkten können Sie die Schlieren, Tränen oder Kirchenfenster beobachten.

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