Interview: Was macht eigentlich eine Weinkönigin?

Am 29. September fand zum 69. Mal die Wahl der Deutschen Weinkönigin statt. Unter 13 Finalistinnen konnte sich die 27-Jährige Katharina Staab in Neustadt an der Weinstraße mit Fachwissen und Charme durchsetzen. Wir haben ein Interview mit der frischgebackenen Weinkönigin geführt und die wichtigsten Fragen für Sie geklärt.

Bildcredit www.deutscheweinkoenigin.de

Liebe Frau Staab, Glückwunsch zu Ihrem Titel! Welche Voraussetzungen mussten Sie eigentlich mitbringen, um Weinkönigin zu werden?

Katharina Staab: Vielen Dank! Eine Weinkönigin muss zum einen über ein umfassendes Fachwissen rund um das Thema Wein verfügen. Noch besser ist, wenn sie das „Fachchinesisch“ der Weinerzeuger so übersetzen kann, dass es auch ein Weinliebhaber versteht, der kein Vollprofi in diesem Bereich ist. Zum anderen sollte eine Weinkönigin aber auch Begeisterungsfähigkeit, Ausstrahlung und Charme haben, sodass sie Menschen den Wein auch auf emotionale Weise näherbringen kann.

Wie haben Sie sich auf die Wahl zur Deutschen Weinkönigin vorbereitet?

Einige Wochen vor der Wahl haben wir bei einem dreitägigen Vorbereitungsseminar vom Deutschen Weininstitut erfahren, was uns bei der Wahl in etwa erwartet. Inbegriffen waren zum Beispiel ein Rhetoriktraining sowie ein Englischkurs, mit welchem wir unser Wein-Fachvokabular auffrischen konnten. Anschließend habe ich mir nochmal die Wahlen aus den vergangenen Jahren angeschaut, um ein Gespür für die Fachbefragung zu bekommen. Wichtige Themen habe ich mit Freunden und Familie durchgesprochen. Alles Weitere habe ich dem Schicksal überlassen.

Und das Schicksal hat es gut mit Ihnen gemeint! Wie haben Sie sich während der Krönung gefühlt?

Ich habe mich natürlich riesig gefreut! Um ehrlich zu sein, war ich aber auch ein wenig überfordert. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet zu gewinnen. Als mein Name fiel, wusste ich, dass dieser Moment mein kommendes Jahr komplett auf den Kopf stellen wird.

Welche Rechte und Pflichten bringt der Hoheitstitel denn mit sich?

Der Titel bringt von beidem jede Menge mit sich. Einerseits genießt man als Deutsche Weinkönigin natürlich viele Vorzüge. Ich darf an vielen großartigen Veranstaltungen rund um den Wein teilnehmen, werde gemeinsam mit den beiden Deutschen Weinprinzessinnen alle 13 deutschen Anbaugebiete bereisen und lerne jede Menge interessante Weinerzeuger und deren Weine kennen. Andererseits verpflichtet man sich mit der Annahme des Amtes natürlich auch dazu, eine kompetente und würdige Repräsentantin der deutschen Weinerzeuger und Weine zu sein. Das bedeutet, dass man die rund 200 Termine nicht nur wahrnimmt, sondern sich auf diese auch sehr gut vorbereitet.

Ist es ein Vollzeitjob, Deutsche Weinkönigin zu sein?

Das Amt der Deutschen Weinkönigin ist ein Ehrenamt. Bei der immensen Anzahl an Terminen ist es aber nicht möglich, nebenher Vollzeit in einem anderen Beruf zu arbeiten oder das Studium fortzusetzen.

Was haben Sie vor der Wahl beruflich gemacht und wie sehen Ihre Pläne nach der einjährigen Amtszeit aus? 

Ich arbeite im Marketing eines Online-Weinhändlers. Ich liebe meinen Beruf und werde ihn daher – in stark reduziertem Umfang – auch während meines Amtsjahres fortführen. Wie es nach meinem Amtsjahr weitergeht, muss man sehen. Aber eines steht für mich fest: Der Weinbranche bleibe ich treu.

Wie genießen Sie als Weinkönigin am liebsten Wein?

Am liebsten in Gesellschaft, also mit Freunden oder der Familie und zu einem guten, selbstgekochten Essen. Zum klassischen „Feierabend-Wein“ auf der Terrasse im Sommer sage ich aber sicher auch nicht nein.

Hand aufs Herz: Gibt es auch mal Tage, an denen Sie keine Lust auf Wein haben? Wie gehen Sie dann damit um?

Das ist eine schwere Frage. Sehr wenige würde ich sagen. Trotzdem trinke ich nicht jeden Tag Wein, sondern schaue immer, wie es sich ergibt. Alleine trinke ich zum Beispiel sehr selten. Generell trinke ich lieber nur ein halbes Glas und probiere dafür eine weitere Rebsorte.

Trinken Sie auch mal Bier oder Hochprozentiges?

Bevor ich Gebietsweinkönigin im meinem Heimatweinland Nahe geworden bin, habe ich so gut wie gar kein Bier getrunken. Seitdem ich als Weinkönigin unterwegs bin, trinke ich skurrilerweise sogar hin und wieder Bier. Wenn man zum Beispiel auf einer Weinmesse den ganzen Tag Weine probiert, hat man abends einfach Lust auf ein Bierchen. Hochprozentiges trinke ich gerne in Cocktails. Ich glaube, viele Weinliebhaber sind einfach generell Genussmenschen. So ist das auch bei mir. Daher finde ich es auch spannend, einen richtig gut gemixten Cocktail zu probieren. Jedoch bleibt der Wein natürlich die unangefochtene Nummer eins!

Welchen Wein aus dem ALDI-Süd-Sortiment würden Sie gleich mehrfach in den Einkaufskorb legen?

Ich würde alle Weine mit „Herkunft Deutschland“ jeweils einmal in den Einkaufswagen legen und dann mal schauen, welcher mir am besten schmeckt.

Wie müsste ein Wein beschaffen sein, dem niemand widerstehen kann?

Wie ein deutscher Riesling: Kraftvoll, ohne alkoholisch zu sein, so individuell, dass man ihn leicht aus zahlreichen Weinen herausschmeckt und – wenn auch facettenreich – harmonisch in all seinen Elementen.

Können Sie sich vorstellen, wie Ihr Leben ohne Wein vermutlich aussehen würde?

Es wäre vermutlich weniger genussvoll, abwechslungsreich, gesellig und spannend. Wein ist für mich sozusagen die schönste „Nebensache“ im Leben.

Vielen Dank für das Interview!

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