Kann Wein schlecht werden?

Wer kennt das nicht? Man hat sich gemütlich ein Glas Wein geöffnet und die angebrochene Flasche zurück in den Kühlschrank gestellt. Nach ein paar Tagen fragt man sich, ob man den Wein noch trinken kann oder ob man ihn lieber wegschütten sollte. Aber kann Wein überhaupt schlecht werden? Und wenn ja, woran merkt man das?

Kann Wein schlecht werden?

Auf die Frage danach, wie lange man Wein lagern kann, gibt es keine pauschale Antwort. Was man allerdings sagen kann, ist: Ja, Wein kann schlecht werden. Aber wie lange dies dauert, hängt von den individuellen Inhaltsstoffen des jeweiligen Weines und vielen weiteren Faktoren ab.

Die Inhaltsstoffe machen den Unterschied

Der Säure- und Zuckergehalt des Weines spielt eine bedeutende Rolle. Es gilt: Je mehr Säure ein Wein hat , desto länger ist er auch haltbar, da die Säure das Bakterienwachstum, was für den Verderb verantwortlich ist, verlangsamt. Ebenso sorgt ein hoher Zuckergehalt für eine bessere Haltbarkeit, da dadurch der Wein nicht so schnell vergären kann.  Auch ein höherer Schwefelgehalt, der durch den Zusatz von sogenannten Sulfiten entsteht, sorgt dafür, dass ein Wein länger genießbar bleibt.  Zuletzt trägt natürlich auch der Alkoholgehalt zur Lagerfähigkeit des Weines bei, denn Alkohol ist bekanntermaßen ein gutes Konservierungsmittel. Das bedeutet: Je höher der Alkoholgehalt desto länger die Haltbarkeit. Besonders haltbar sind Weine mit einem Alkoholgehalt von ca. 13%. Rotweine halten sich im Schnitt länger als Rosé- oder Weißweine.

Eine Frage der Füllmenge und des Verschlusses

Nicht nur die inneren Werte eines Weines bestimmen darüber, wann er schlecht wird - auch die Flasche und der Verschluss spielen eine wichtige Rolle. Denn damit ein Wein nicht so schnell verdirbt, sollte er mitso wenig Sauerstoff wie möglich in Kontakt kommen. Aus diesem Grund ist die Füllmenge des Weines in der Flasche ein kritischer Punkt. Je weniger Wein in der Flasche zurückbleibt, desto mehr Sauerstoff kann eindringen und zur Oxidation und damit zu einem schnelleren Verderb führen. Ein luftdichter Verschluss und ein hoher Füllstand in der Flasche tragen dazu bei, dass der Wein länger halt. Ist eine Weinflasche zu weniger als einem Drittel befüllt, sollte der Inhalt in der Regel innerhalb eines Tages verbraucht werden.

Die richtige Lagerung

Damit Wein haltbar bleibt, sollte er optimal gelagert werden. Auch wenn sich der Alterungsprozess nicht bremsen lässt, so lässt er sich doch verzögern. Eine Aufbewahrung im Kühlschrank hilft dabei, die Oxidation zu hemmen. Idealerweise ist die Flasche dabei noch mindestens bis zur Hälfte befüllt.  Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass die bereits geöffneten Weine wieder gut verschlossen werden, damit kein weiterer Luftaustausch stattfindet. Weine mit Naturkorken sollten im Liegen lagern, damit der Korken nicht austrocknet und brüchig wird.

Leider gibt es keine Faustregel, wie lange man einen Wein offen stehen lassen kann und wie lange er sich hält. Denn wo viele Faktoren im Spiel sind - und dies ist bei der Vergärung von Wein der Fall - hilft es, sich auf die eigene Erfahrung zu verlassen. Sorgen Sie für eine gute Lagerung und riechen Sie an einem Wein, der schon länger offen war. Nehmen Sie einen stechenden Geruch nach Essig war, sollten Sie den Wein nicht mehr trinken.

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