So viele Beeren stecken in einer Flasche Wein

Wenn Sie ein Glas Wein in der Hand halten, möchten Sie nur eins: Den wertvollen Rebensaft darin mit allen Sinnen genießen. Heute sprechen wir zur Abwechslung mal Ihr rechnerisches Verständnis an: Wir verraten, wie viele Beeren in einem Glas Wein stecken. So können Sie bei Ihrem nächsten Weinabend mit noch mehr Insider-Wissen für Gesprächsstoff sorgen.

So viele Beeren müssen für ein Glas Wein gepresst werden

Was schätzen Sie: Wie viele Beeren müssen gepresst werden, um ein Weinglas zu füllen? Die Antwort lautet: 30 Stück.

Natürlich handelt es sich hierbei um einen groben Durchschnittswert. Wie wir darauf kommen? Um eine Flasche Wein herzustellen, benötigen Winzer rund 1.000 Gramm Beeren. Als Beeren werden die einzelnen Früchte einer Traube genannt. Für ein Glas Wein sind also rund 300 Gramm einer Traube nötig. Eine einzelne Beere wiegt im Durchschnitt etwa 10 Gramm. Macht also circa 30 Beeren pro Glas und 100 Trauben pro Flasche.

Pro einzelner Rebe, also dem Weinstock an dem die Trauben wachsen, rechnen Winzer in der Regel mit einem Ertrag von ein bis zwei Flaschen Wein.

Der Ertrag wird in Hektoliter pro Hektar angegeben

Doch kein Winzer käme auf die Idee, seinen Ertrag in einzelnen Trauben oder Reben anzugeben. Die Menge Beeren beziehungsweise Wein, die ein Winzer mit seinem Weingut erwirtschaftet, wird in Hektolitern pro Hektar angegeben.

Ein Hektoliter entspricht 100 Litern. Pro Hektar ernten Winzer etwa 10.000 Kilogramm Trauben. Damit können sie im Durchschnitt 10.000 Flaschen mit je 0,7 Litern Wein füllen. Sie erhalten also 7.000 Liter Wein. Anders ausgedrückt: Für 100 Flaschen sind 100 Kilogramm Trauben notwendig.

Diese Faktoren beeinflussen den Ertrag

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Nicht jeder Hektar Rebfläche wirft die gleiche Menge Trauben ab. Das hat unterschiedliche Gründe:

  • Nicht überall wachsen gleich viele Weinstöcke
    Jede Weinanbaufläche wird unterschiedlich bepflanzt. Wenn die Reben maschinell geerntet werden, müssen die Weinstöcke einen größeren Abstand zueinander haben. War es bei den Römern noch üblich, mehrere 10.000 Weinstöcke pro Hektar zu pflanzen, pflanzt man heute meist nur noch 5.000 Rebstöcke pro Hektar.
  • Jede Rebsorte bringt unterschiedliche Mengen Trauben
    Der Ertrag hängt maßgeblich von der Rebsorte, der Bodenbeschaffenheit und der Qualität der Bewirtschaftung ab. Manch ein Weinstock trägt von Natur aus weniger oder kleinere Trauben. Und spätestens nach 15 Jahren lässt die Wuchskraft und der Ertrag eines Weinstocks nach.
  • Für Weiß- und Schaumwein sind mehr Beeren nötig
    Um Rotwein herzustellen, benötigt ein Winzer eine geringere Menge Beeren als für Weiß- oder Schaumwein. Während für 100 Liter Rotwein 130 Kilogramm Trauben ausreichen, müssen es für die gleiche Menge Weißwein 150 Kilogramm Trauben sein. Und erst aus 160 Kilogramm Trauben entsteht ein Hektoliter Schaumwein wie etwa Champagner.
  • Prädikatsweine nur bei niedrigen Erträgen
    Hohe Erträge sind nicht immer gewünscht. Durch verschiedene gesetzliche Höchstgrenzen geschieht die Einteilung in bestimmte Prädikatsstufen. Deutsche Weinanbaugebiete erwirtschaften durchschnittlich 80 Hektoliter Wein pro Hektar. Der EU-Durchschnitt liegt bei 46 hl/ha. Bei Massenproduktionen kann dieser Wert auf 200 hl/ha ansteigen. Geringere Erträge sind zumeist reicher an Zucker, Aromen und Farbstoffen und damit hochwertiger. Je geringer der Ertrag, desto höher die Prädikatsstufe der Weine. So fällt der Ertrag etwa bei Eiswein deutlich niedriger aus.
  • Das Wetter beeinflusst den Jahrgang
    Schließlich wirkt sich das Wetter wie in jedem landwirtschaftlichen Bereich auf die Erträge aus. Klimatisch günstige Jahrgänge können den Ertrag steigern während kühle und nasse Monate die Trauben nicht vollständig reifen lassen.

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