Für Viele bedeutet der Sommer vor allem Ferienzeit. Auf dem Weingut fällt dagegen gerade jetzt viel Arbeit an. Denn im Sommer steht die Rebe in voller Blüte. Für den Winzer ist nun die richtige Zeit gekommen, verschiedenste Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung zu treffen. Denn was in diesen Wochen auf dem Weingut passiert, hat entscheidenden Einfluss auf die Güte des Weines.
Endlich ist der Sommer da: Während man sich in weiten Teilen Deutschlands auf die Ferien freut, geht die Arbeit auf dem Weingut unvermindert weiter. Wie überall sehnt man jedoch auch hier die Sonne herbei! Je länger und je häufiger sie nämlich scheint, desto besser: Da zu niedrige Tages- und Nachttemperaturen die spätere Erntemenge stark verringern können, sind trockene und regenfreie Tage und Nächte für den Weinbauern von größter Bedeutung.
In den Rebstöcken zeigen sich im Frühsommer bereits die ersten kleinen, grünen Beeren – darunter machen sich in der warmen Jahreszeit Gräser und Unkraut breit. Der Weinbauer pflügt sie einfach seitlich in den Boden: Ohne, dass Chemikalien eingesetzt werden mussten, ist der Wildwuchs damit beseitigt. Im Schutz der Weinberge vor Krankheiten und Schädlingen liegt eine weitere wichtige Aufgabe. Statt synthetischer Mittel setzen die Winzer auch in diesem Bereich mehr und mehr auf natürliche Stoffe wie Kupfer und Pheromone.
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Wenn die Reben eine bestimmte Höhe erreicht haben, müssen sie mit dem Laubschneider gestutzt werden. Wird die Triebspitze entfernt, ändert sich auch die Wachstumsrichtung der Rebe – verschiedene rebphysiologische Prozesse werden dadurch in Gang gebracht. Mit dem Laubschnitt werden außerdem Blätter entfernt: Eine Maßnahme, die dafür sorgt, dass den Trauben mehr Raum zur Verfügung steht und sie besser gedeihen können. Bekommen sie mehr Licht und mehr Luft und beschatten überflüssige Blätter die Pflanze nicht, trägt das entscheidend zu einer besseren Qualität der Beeren bei.
Einige der jetzt etwa erbsengroßen Trauben werden entfernt: Durch diese Ausdünnung wird alle Kraft des Rebstockes auf die dort verbliebenen Trauben konzentriert. Auch wenn die Erntemenge sich damit verringert – weniger Erträge bedeuten fast immer bessere und ausdrucksstärkere Weine.
Ab September beginnt der Weinbauer mit den Vorbereitungen für die Lese. Zunächst einmal werden alle Leseeimer, Scheren, Lesegeschirre und Traubenboxen sowie sämtliche Tanks und Schläuche im Weinkeller gründlich gereinigt. Mangelhafte Trauben werden jetzt noch einmal ausgesondert und eine erste Verkostung der Beeren beginnt. Frühreife Rebsorten wie zum Beispiel der Müller-Thurgau werden dann ab Mitte September geerntet, während späte Sorten noch bis in den frühen November hinein geerntet werden. Auch die eigentliche Weinherstellung ist eine Wissenschaft für sich und benötigt viel Sachverstand und Erfahrung. Welche Schritte die Traube von der Rebe bis in die Flasche durchlaufen muss, verraten wir in unserem Artikel „So funktioniert die Weinherstellung Schritt für Schritt“.