Teurer Wein schmeckt besser? Ein Trugschluss!

Was, wenn Sie Wein verkosten und als einzige Information den Preis der Flasche erhalten?
Wahrscheinlich würden Sie genauso urteilen wie die Probanden einer Studie: Bei einer Blindverkostung geben Sie dem Wein mit dem höheren Preis eine bessere Beurteilung, als dem günstigeren Tropfen. Der Grund: Das Belohnungssystem unseres Gehirns spielt unserem Geschmackssinn einen Streich! Wieso teurer Wein nicht automatisch besser schmeckt, erläutern wir hier.

So verlief die Weinprobe im Labor

Forscher der Insead Business School und der Universität Bonn luden zur Weinprobe: 15 Männer und 15 Frauen verkosteten Wein – und lagen dabei in einem Kernspintomografen. Sie bekamen zunächst den vermeintlichen Preis zu sehen und dann einen Milliliter des Weins über einen Schlauch zu trinken.

Was die Probanden nicht wussten: Egal, wie hoch der Preis, es handelte sich jedes Mal um ein und denselben Tropfen. Trotzdem fielen die Bewertungen der Kostproben unterschiedlich aus: Den Teilnehmern schmeckte der vermeintlich 18 Euro teure Wein besser als jener für drei oder sechs Euro.

Wie die Aufnahmen aus dem Kernspintomografen zeigten, war das Belohnungssystem des Gehirns besonders aktiv, wenn die Teilnehmer einen hohen Preis zu sehen bekamen.

Der Marketing-Placebo-Effekt: Wenn das Gehirn ausgetrickst wird

Die Wissenschaftler sprechen dabei von einem Marketing-Placebo-Effekt: Das Gehirn reagiert auf einen mutmaßlichen Edelwein mit einem gesteigerten Geschmackserlebnis. Unsere ausgetricksten Geschmacksknospen verstärken also den Genuss.

Dabei entscheidet nicht der Preis über einen „guten“ oder einen „schlechten“ Wein. Wenn Winzer viel Arbeit in ihren Rebensaft stecken müssen, ist ein höherer Preis gerechtfertigt. Das ist zum Beispiel bei geringen Ernteerträgen der Fall oder wenn der Wein lange im Fass reifen muss.

Unser Sortiment beweist: Qualitativ hochwertiger Wein ist auch für kleines Geld erhältlich. Und Wein wird mit steigendem Preis nicht automatisch leckerer: Ein 30 Euro teurer Wein schmeckt keinesfalls zehnmal besser als ein Wein für drei Euro! Ein günstiger Wein kann genauso lecker sein wie ein teurer – das entscheiden allein Sie und nicht der Preis.

Ist ein Wein lecker oder nicht? Entscheiden Sie selbst!

Experten empfehlen, sich für die Beurteilung von Wein Zeit zu lassen. Nehmen Sie mehr als nur einen Schluck und lassen Sie Ihren subjektiven Empfindungen freien Lauf. Schließlich kommt es nur darauf an, dass Ihnen der Wein mundet. Wenn er dazu noch für vergleichsweise wenig Geld erworben wurde, umso besser!

Und auch die Forscher, die die Weinprobe veranstaltet haben, geben zu bedenken: Der Marketing-Placebo-Effekt hat seine Grenzen. Einen schlecht gemachten Wein, der angeblich 100 Euro kosten soll, wird auch unser Geschmackssinn entlarven.

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