Spirituose mit Vergangenheit: Was Rum mit Piraten zu tun hat

Denken wir an Rum, sehen wir bärtige Seemänner, stolze Segelschiffe, dicke Schiffstaue und alte Holzfässer vor unserem geistigen Auge. Tatsächlich ist die Entstehung von Rum eng mit der Entdeckung Amerikas und dem danach beginnenden Handel zwischen den Kontinenten verbunden. Wir verraten Ihnen die spannende Geschichte des flüssigen Goldes der Karibik.

Mit der Entdeckung Amerikas beginnt auch die Geschichte des Rums. Ab dem 16. Jahrhundert wurde auf den Karibischen Inseln Zuckerrohr angebaut – eine kräftezehrende Arbeit, die in der Regel von Sklaven verrichtet wurde. Rum entstand aus der Melasse, einem Abfallprodukt des Zuckerrohranbaus, der besonders aufgrund der großen Nachfrage nach Zucker aus Europa vorangetrieben wurde. Man entdeckte schnell, dass sich daraus Alkohol destillieren ließ, besonders, weil wegen des ungewohnten Klimas in der Karibik europäische Getränke wie Bier und Wein schnell ungenießbar wurden. Nicht nur Einheimische, sondern auch Seefahrer fanden sehr schnell Gefallen an Geschmack und Wirkung des aromatischen Getränks, das sich aus der Melasse brennen ließ. Sie brachten den nun erfundenen Rum nach Europa. Anfangs trug dieser allerdings noch verschiedene Namen wie „Eau de Vie“ oder „Aguardente“, bei den Portugiesen „Cachaça“, bei den Belgiern „Berbaje“, bei den Engländern „Kill-Devil“ oder „Rumbullion“. Dieses Getränk schmeckte aber für unsere heutige Einschätzung alles andere als gut: Es war als ölig, stinkend und bitter bekannt.

Lieblingsbeute von Piraten: Eine Buddel voll Rum

Piraterie war im 18. Jahrhundert ein weitverbreitetes Problem: Schiffe waren auf keinem der sieben Weltmeere sicher. Piraten waren häufig ehemalige Seeleute der Armeen, die den herrenlosen Lebensstil der Piraten ansprechender fanden und die Raubzüge benötigten, um überleben zu können. Als besonders riskant für Seefahrer galt damals die Route zwischen der amerikanischen Ostküste und den Bahamas, auf der regelmäßig Rumfässer aus der Karibik in großen Mengen nach Nordamerika transportiert wurden. Für auf dem Atlantik kreuzende Piraten waren die reichlich beladenen Schiffe eine willkommene Beute. Nicht umsonst war der gefürchtete Pirat Blackbeard für seinen hohen Rumkonsum bekannt, denn auf den Piratenschiffen gab es keine Regeln, wie viel getrunken werden durfte. Entsprechend gibt es Aufzeichnungen über Piratenschiffe, die sich ungewöhnlich leicht kapern ließen, weil die gesamte Crew zu betrunken war, um sich zu verteidigen. Noch heute finden sich die Bilder von Piraten auf den Etiketten zahlreicher Rumsorten – und auch in unzähligen alten Piraten- und Seemannsliedern spielt Rum eine wichtige Rolle.

Ausschank: Rum für alle bei der Royal Navy

Großbritannien, einst eine riesige Seemacht, befuhr mit den Schiffen der Royal Navy in dieser Zeit die Meere der Karibik. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts erhielt jeder britische Seemann (außer den Offizieren) das Anrecht auf eine tägliche Portion Rum, die zwischen 11 Uhr vormittags und mittags von einem Unteroffizier ausgeschenkt wurde. Die Ration belief sich auf 70 cl und wurde in eigens dafür vorgesehenen Gläsern serviert. Zudem gab es extra Rationen bei gutem Verhalten. Erst 1970 wurde der tägliche Rum-Ausschank abgeschafft – natürlich sehr zum Leidwesen der britischen Seeleute.

Europa: Der zweite Rumkontinent

Ab dem 19. Jahrhundert wurde auch in Europa Zucker aus Zuckerrüben hergestellt – der Import von den Karibischen Inseln war damit nicht mehr notwendig. Sofort begann man damit, eigene Rumsorten herzustellen. Diese fanden schnell zahlreiche Liebhaber – schließlich entsprachen sie mehr dem europäischen Geschmack und wurden dennoch mit karibischem Lebensgefühl in Verbindung gebracht. So ist es auch heute noch: Rum ist weitaus mehr als eine Spirituose und Kenner schätzen seine vielen verschiedenen warmen Aromen.

 

Cocktails mit Rum: Klassiker auf der Getränkekarte

Cocktails mit Rum sind heute angesagter denn je: Mojito, Piña Colada, Daiquiri und Co. werden in nahezu jeder Bar serviert und sind Klassiker unter den Cocktails. Dabei hat natürlich jeder Barkeeper seine ganz eigenen Vorlieben. Braun oder weiß, Kuba oder Jamaika, mehr Alkohol oder weniger Alkohol: Alle diese Faktoren verändern entscheidend den Geschmack des Getränks. Aber auch pur ist Rum ein Erlebnis. Genießen Sie ihn ganz nach Ihrem Geschmack – auf Eis oder auf etwa 16 bis 18°C temperiert. Probieren Sie doch auch unseren Rum 40% und Rum 54% von SILVERSTONE, zum Beispiel in Desserts, Feuerzangenbowle, Cocktails oder dem klassischen Rumtopf.

Sie möchten mehr über das Kultgetränk Rum wissen? Dann lesen Sie am besten unseren Artikel „Mit ein paar einfachen Tipps zum perfekten Rumgenuss“.

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