Alles über Weinbrand: 7 Fragen und Antworten

Ob pur im Glas, gemischt im Longdrink oder als Digestif nach dem Abendessen: Weinbrand zeigt sich mit seiner enormen Vielseitigkeit alles andere als altbacken. Wir erklären, wie man beim Trinken und Genießen noch mehr seiner feinen Aromen entdecken kann.

Was genau ist eigentlich Weinbrand?

Weinbrand ist ein aus Wein destillierter Schnaps mit 36 - 60 Prozent Alkoholanteil. International spricht man übrigens von „Brandy“. Der Begriff „Weinbrand“ ist EU-rechtlich definiert und laut dieser Auflage muss der Alkoholgehalt der Spirituose bei mindestens 36 % Vol. liegen. Außerdem gilt, dass sie mindestens sechs Monate im Fass gelagert werden muss, wenn dieses unter 1.000 Liter fasst. Handelt es sich um Fässer mit einem größeren Volumen, muss der Weinbrand sogar ganze zwölf Monate reifen. Erst dann darf er verkauft werden.


Wie wird Weinbrand hergestellt?

Wie der Name es schon ahnen lässt, ist ein Wein mit einem Alkoholgehalt von etwa 8 bis 12 % Vol. die Grundlage für die Herstellung von Weinbrand. Kurz gesagt, wird dieser in einer Brennblase langsam erhitzt und die dabei entweichenden Dämpfe von Alkohol, Aromen und Wasser aufgefangen. Die Dämpfe nehmen wieder eine flüssige Konsistenz an, in der Alkohol und Aromen besonders konzentriert sind. Bei der Destillation entstehen außerdem neue flüchtige Aromen, die den typischen Geschmack ausmachen. Anschließend wird der Weinbrand in Eichen-Holzfässern gelagert, um zu reifen, wodurch er nicht nur seine charakteristischen Aromen und seinen Geschmack entwickelt, sondern auch seine bernsteinfarbene bis goldbraune Farbe erhält.

Erfahren Sie mehr über die Lagerung in Eichenfässern in unserem Artikel „Was ist eigentlich ein Barrique?“.


Weinbrand – Branntwein: Gibt es da einen Unterschied?

Absolut, denn während ein Branntwein alle Spirituosen beschreibt, die durch Brennen hergestellt werden, ist ein Weinbrand immer ein Destillat aus Wein. Er wird aus Weintrauben gewonnen – aus Weißweintrauben oder auch Rotweintrauben. Nicht zu verwechseln ist er mit Obstbränden, die aus anderen Früchten als Weintrauben hergestellt werden, zum Beispiel aus Birnen oder Mirabellen.


Welche Weinbrand-Sorten unterscheidet man?

Brände aus Weintrauben haben in vielen Ländern und vor allen Dingen in Weinbaugebieten wie Frankreich, Spanien, Deutschland und Griechenland eine lange Tradition. Die wohl bekannteste Sorte ist der Cognac, er wird nach strengen Richtlinien in der französischen Region Cognac hergestellt. Sein Anbau- und Produktionsgebiet wurde schon vor über hundert Jahren gesetzlich festgelegt. Ebenfalls aus Frankreich, aber aus der Region Gascogne, kommt der Armagnac. Auch „Deutscher Weinbrand“ ist eine Bezeichnung, die festgelegt ist. Steht „Deutscher Weinbrand“ auf dem Etikett, weist er mindestens 38 % Vol. Alkoholgehalt auf.

Wie wird Weinbrand serviert?

Die optimale Trinktemperatur liegt bei 16 – 18°C, also etwa Zimmertemperatur. Schenkt man ihn in ein Schwenkglas ein, das sich nach oben hin verjüngt, können sich die Aromen des Weinbrands richtig schön entfalten und sich gleichzeitig dank der engeren Glasöffnung nicht so schnell verflüchtigen. So lassen sich besonders viele der feinen Duftnoten erriechen.

Im Gegensatz zu Wein muss Weinbrand vor dem Trinken übrigens nicht atmen, stattdessen wird er direkt vor dem Trinken serviert. Steht er zu lange offen, verflüchtigt sich ein Teil des Alkohols und der Weinbrand verliert etwas an Charakter. Am besten trinkt man ihn pur, nur so kann man alle Geschmacksnoten und Aromen genießen. Auch auf Eiswürfel sollte man verzichten, da diese die Geschmacksnoten verwässern und durch die Kälte das Geschmackserlebnis trüben können.


Wie trinkt man Weinbrand?

Damit sich die Aromen besser entfalten, kann man das Glas nach dem Einschenken vorsichtig in den Händen halten und vor der Nase kreisen lassen. Vom Anwärmen und Schwenken des Glases wird bei Weinbrand abgeraten, da seine flüchtigen Aromen sehr schnell verfliegen. Hält man das Glas nun auf Brusthöhe, kann man aus dieser Entfernung schon die ersten blumigen und kräftigen Noten wahrnehmen, ohne den Geruchssinn zu überfordern. Hebt man das Glas auf Kinnhöhe und nimmt einen tiefen Atemzug, entdeckt man die trockenen Fruchtaromen. Noch komplexer wird es, wenn man auf Höhe des Glasrands riecht, hier kommt das würzige Bukett zur Geltung. Nun darf natürlich endlich gekostet werden. Trinkt man den Weinbrand, beginnt man am besten mit winzigen Schlucken, die man mit jedem Schluck größer werden lässt.

Longdrinks und Cocktails mit Weinbrand – welche sind die beliebtesten?

Weinbrände sind echte Alleskönner, daher sind sie immer öfter Basisspirituosen in spritzigen Longdrinks und exotischen Cocktails. Ganz schlicht auf Eis serviert mit Ginger Ale, klassisch im Sangria oder aufwendig kredenzt als Sidecar im gefrosteten Cocktailglas mit Cointreau und frischem Zitronensaft zeigt sich Weinbrand alles andere als altbacken. Und in den Wintermonaten überzeugt Weinbrand auch noch als Heißgetränk. Unser Tipp: Probieren Sie den klassischen, englischen Drink „Hot Toddy“ mit Weinbrand und Honig.

 

Der Winter-Klassiker: „Hot Toddy“

Zutaten für einen Becher:

  • 30 ml DIPLOMAT Weinbrand
  • 1 EL Honig
  • 1/4 Zitrone
  • 1 Tasse Wasser
  • 3 Gewürznelken
  • 2 Zimtstangen


Geben Sie den Honig in eine große Tasse und fügen Sie anschließend den Weinbrand und den Saft der Zitrone hinzu. Bringen Sie das Wasser zum Kochen, füllen Sie die Tasse damit auf und rühren Sie mit einem Löffel gut um. Nun geben Sie die Gewürznelken und Zimtstangen hinzu und lassen das Getränk fünf Minuten ziehen. Drücken Sie zuletzt etwas Zitronenschale über dem Becher aus, um die ätherischen Öle der Schale freizusetzen. Wer möchte, kann die Schale als spiralförmige Garnitur in den Becherrand hängen.

Übrigens schmeckt Weinbrand auch als spannende Zutat bei Nachspeisen, probieren Sie unser Rezept für Grießmousse mit Weinbrand-Pflaumen.

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