Wie trinkt man Whisky richtig?

Whisky ist nicht nur ein Getränk, sondern ein Mythos. Kenner lieben es, in gemütlicher Runde die Aromenvielfalt von Scotch, Bourbon & Co. zu erkunden. Aber was muss man bei einer Whisky-Verkostung eigentlich beachten?

„uisge beatha“ - das Wasser des Lebens

So wurde Whisky bei seiner frühesten Erwähnung 1736 im Schottisch-Gälischen genannt. Diese Bezeichnung gilt heute noch immer, denn das Wort „Whisky“ oder „Whisky“ ist die anglisierte Version von „uisge“ und war damit einfacher zu verwenden. Die Whisky-Herstellung allerdings ist deutlich älter als sein Begriff. Vermutlich kamen die nötigen Kenntnisse und Geräte im 5. Jahrhundert mit christlichen Missionaren in die keltischen Länder Großbritanniens. Jedoch ist nicht geklärt, ob Irland oder Schottland das Ursprungsland des hochprozentigen Getränks ist. Mit der Besiedlung  Amerikas durch Briten und Iren überquerte das Wissen den Atlantik und beschert uns heute typisch amerikanische Tropfen wie zum Beispiel Bourbon Whiskey.

 

So trinkt man Whisky richtig

Whisky wird nicht einfach nur getrunken, er wird zelebriert. Damit Sie Ihren Whisky voll und ganz genießen können, haben wir einige Tipps für Sie gesammelt.
 

Nicht zu viel eingießen

Zuallererst gilt: Ein Tumbler-Glas mag sich für einen Drink sehr gut eignen und in Filmen immer für Scotch Whisky verwendet werden, zum Verkosten ist es aber nicht unbedingt ideal. Hier eignen sich tulpenförmige Nosing-Gläser deutlich besser. Gießen Sie ca. zwei Finger breit (1 - 2 cl) Whisky in Ihr Glas. Hier können Sie schon die Farbe des Whiskys wahrnehmen. Ist sie eher hell oder dunkel? Eher gold- bernstein- oder sirupfarben?
 

Ein Tropfen Wasser

Wenn Sie Ihrem Whisky ein paar Tropfen Quellwasser oder stilles Mineralwasser hinzufügen, wird die Schärfe des Alkohols gemildert, so dass man die Aromen besser herausschmecken kann. Trinken Sie Ihren Whisky jedoch niemals mit Eis, wenn Sie Wert auf Geschmackstiefe legen, denn die kalte Temperatur und die Verwässerung durch die Eiswürfel verfälschen das Geschmackserlebnis erheblich. Eine an die Raumtemperatur angepasste Trinktemperatur von 21°C empfinden die meisten als ideal.
 

Schwenken

Schwenken Sie das Glas langsam im Kreis. So werden Schwebstoffe gelöst und die Aromen können sich besser entfalten. Außerdem setzt sich der Whisky so an den Innenwänden des Glases ab und läuft anschließend wieder hinunter. Es zeigen sich Schlieren, die sogenannten „Tränen“ oder „Beine“. Dieser Effekt hat mit der Zähigkeit des Whiskys zu tun. Dauert das Verschwinden der Schlieren sehr lange, enthält der Whisky viele Öle, er ist „dicker“. Und je länger die Schlieren sind, desto größer ist der Alkoholgehalt.
 

Durch die Nase atmen

Bevor der erste Schluck eines Whiskys genommen wird, riecht man erst einmal ausgiebig daran. Führen Sie Ihre Nase vorsichtig an das Glas heran, um nicht vom scharfen Alkohol überrascht zu werden. Atmen Sie langsam ein und aus, schwenken Sie die Flüssigkeit und riechen Sie dann nochmal. Welche Aromen offenbaren sich Ihnen? Vielleicht riecht es  nach Zitronen, Äpfeln, Malz oder eher salzig, süß, rauchig, nussig, blumig oder holzig?
 

Nicht einfach herunterkippen

Trinken Sie Ihren Whisky langsam in kleinen Schlucken und lassen Sie ihn von vorne nach hinten über die Zunge rinnen. Auch kann es helfen, den Whisky etwas im Mund hin und her zu bewegen, so dass alle Bereiche des Mundes zum Geschmackserlebnis beitragen können. Manche Whiskytrinker kauen den Whisky im Mund, um ihn mit Sauerstoff zu verbinden.  Es können sich sehr unterschiedliche Nuancen zeigen: Schmeckt Ihr Whisky blumig, fruchtig oder nach Getreide oder Torf? Vielleicht aber auch mehr nach Holz und Harz oder würzig nach Pfeffer oder Vanille? Häufig lassen sich auch Röstaromen oder ein Geschmack nach Wein oder Sherry wahrnehmen, der sich meist auf die Fässer, in denen der Whisky gelagert wurde, zurückführen lässt.
 

Nachklingen lassen

Nachdem Sie den Whisky heruntergeschluckt haben, spüren Sie noch einen Moment nach. Verschwindet der Geschmack schnell wieder? Brennt es vielleicht? Bevor Sie sich an den nächsten Whisky wagen, sollten Sie Ihre Geschmacksrezeptoren mit ungewürztem Weißbrot neutralisieren.


Allerdings sollte immer beachtet werden, dass es bei allen  Regeln letztendlich nur darum geht, dass der Whisky dem Trinkenden schmeckt - und jeder Mensch schmeckt ein wenig anders. Lassen Sie sich also nicht einschüchtern und experimentieren Sie mit verschiedenen Gläserformen, Trinktemperaturen und Wasserzugaben. Sie werden überrascht sein.
 

Tipp

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